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Die musikalischen Welten Claudio Monteverdis

Ein Interview mit Katharina Bäuml

VON THOMAS OTTO

Über zwanzig Einspielungen hat das Ensemble „Capella de la Torre“ inzwischen veröffentlicht. Ein Merkmal des Ensembles dabei sind seine thematischen Programme. „Isabella -Music für Queen“ z.B., mit Musik spanischer Renaissance-Komponisten wie z.B. Francisco de la Torre, Juan del Encina oder Francisco de Peñalosa. Oder etwa das Album „New Eyes on Luther“ – hier reicht die Liste der Komponisten von Hans Leo Haßler über Heinrich Isaac bis zu Johann Sebastian Bach.  Einer der Komponisten, derer sich die Capella de la Torre in zahlreichen Aufnahmen angenommen hat, ist Michael Praetorius.

Nun also Claudio Monteverdi - „Divino Claudio“, der „Göttliche Claudio“. Über ihn, seine Musik und das neue Album „Memories“ sprach Thomas Otto mit der Gründerin und Leiterin der Capella de la Torre Katharina Bäuml.

Wir kennen Monteverdi als Wegbereiter und Pionier der Oper – markantestes Beispiel sein „L’orfeo“ aus dem Jahre 1607 – und wir kennen ihn als Schöpfer bahnbrechender Werke geistlicher Musik, von denen die „Marienvesper“ zweifellos nicht nur das komplexeste, sondern auch das bekannteste ist. Ganz zu schweigen von den weltlichen Vokalwerken, die er in seinen Madrigalbüchern zusammenfasste oder die Musik zum dramatischen Ballett „Ballo delle ingrate“ als eines der seltenen Werke der Instrumentalmusik Monteverdis - welcher der Aspekte stand bei Ihnen für die Konzeption des Albums „Memories“  im Vordergrund?

Für mich ist dieses Album so bedeutend, weil es tatsächlich das erste Mal ist, dass wir als Capella de la Torre eine CD gemacht haben, die nur einem einzigen Komponisten gewidmet ist: Claudio Monteverdi. Und bei unserer speziellen Art, mit dieser Musik umzugehen, wollte ich gerne zeigen, dass zwischen weltlicher und geistlicher Musik eigentlich kein großer Graben ist – den gab es in dieser Zeit ohnehin nicht. Bei Monteverdi sieht man das meines Erachtens noch klarer. So hat er zum Beispiel bestimmte musikalische Erfindungen gemacht, die bis heute Anwendung finden, etwa den „walking bass“, den Ostinato-Bass, mit seinen regelmäßig schreitenden Viertelnoten. Auch das Scherzo als italienisches Tanzlied der Renaissance geht auf Monteverdi zurück, denken Sie nur an seine "Scherzi musicali". All das zieht sich durch die Werke in seinen unterschiedlichen Schaffensperioden.         

 

Wie und nach welchen Kriterien erfolgte die Auswahl der einzelnen Werke? Bei der Menge an überliefertem Material ist ja jede Entscheidung für ein Stück zugleich auch eine Entscheidung gegen zehn andere…

Ich finde es wahnsinnig schwierig, sich bei Monteverdi für einzelne Werk entscheiden und dabei immer die Spieldauer einer CD berücksichtigen zu müssen. Bei unserem Album ging es mir um ein gutes Gleichgewicht zwischen weltlichen und geistlichen Werken.

Für mich war von Anfang an gesetzt, dass wir das „Beatus vir qui timet dominum“ mit dabei haben. Dieses Werk aus dem Jahre 1641 stand im Mittelpunkt unserer Überlegungen als die Frage sich stellte: Was passt alles dazu? Wie bekommen wir eine ausgewogene Balance zwischen den verschiedenen musikalischen Welten Monteverdis hin. Zugleich wollte ich gern seine musikalischen Erfindungen wie den „walking bass“ vorstellen, und zwar vor dem Hintergrund, dass der sowohl in geistlicher wie weltlicher Musik zum Tragen kommen kann.

Natürlich spielten für den Entscheidungsprozess über den Aufbau des Albums auch persönliche Vorlieben und die Tatsache eine Rolle, dass bestimmte Stücke uns als Ensemble schon sehr lange begleiten, wie zum Beispiel „Zefiro torna e di soavi accenti“, das 1632 in den „Scherzi musicali“ veröffentlicht wurde.

 

Die Capella de la Torre spielt auf Instrumenten, wie sie in den heutigen Orchestern nicht mehr zu finden sind, für die Renaissance -Musik hingegen typisch waren: Schalmei, Pommer, Dulzian oder Zink, um nur einige zu nennen…  

Was für uns als Ensemble Capella de la Torre ganz reizvoll an dieser Produktion war, ist tatsächlich das Instrumentarium. Selbstverständlich braucht man dazu auch Sängerinnen und Sänger, man braucht Streicher, aber hier stehen die Blasinstrumente im Vordergrund. Ich empfand es da als eine Herausforderung und zugleich als großes Glück, die unterschiedlichen Farben zeigen zu können, und auch bei strophischen Kompositionen immer noch neue Facetten einbringen zu können. Das hat mich sehr fasziniert.

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