Interview mit Ulrich Lang

Ulrich Lang

Der Name Ulrich Lang steht seit Jahren für florale Herrendüfte, die sehr tragbar sind. Mittlerweile umfasst die Kollektion vier Düfte, von denen der Letzte jetzt für den Duftstar, den „Oscar der Kosmetikbranche“, nominiert wurde. Wir trafen Ulrich Lang zum persönlichen Gespräch.

Im Gespräch mit Ulrich Lang

Ludwig Beck: Sie waren Produkt Manager für L’Oreal, haben danach für Artnet gearbeitet und sind jetzt Kunsthändler. Wann kam die Idee, Düfte zu kreieren?
Ulrich Lang: Im Jahr 2001 als buchstäblich alles zusammenbrach, suchte ich nach neuen Herausforderungen. Auf einer Reise kam ich auf die Idee, Kunst und Parfum zusammen zuführen. Ich begegnete dem belgischen Kunsthändler Roger Szmulewicz und seine unglaubliche Ausstrahlung inspirierte mich. Er verkörpert für mich eine neue introspektive Männlichkeit, einen neuen Typ von Mann. Darauf hin begann ich mit den Arbeiten an anvers, einer der ersten Herrendüfte mit floralen Ingredienzien.

LB: Welche Gemeinsamkeiten haben für Sie die Kunst und Düfte?
UL: Beide entstehen durch einen künstlerischen Prozess, beide haben zuerst eine Vision. Bedeutungsvolle Düfte lösen in uns Gefühle aus, so wie die Kunst Gefühle auslösen kann. Kunst und Parfüms sind immer eine Reflexion der Zeit und ich möchte zeitgenössische Düfte erschaffen. Für mich gibt es viele Verbindungen zwischen diesen beiden Welten.

LB: Ihr Duft lightscape ist für den Duftstar nominiert worden? Wie haben Sie davon erfahren?
UL: Ich beobachte den Duftstar schon seit Längerem. Letzten Herbst riet mir ein Bekannter, ich solle lightscape einfach mal bei der Jury vorstellen, schließlich komme ich ja aus Deutschland. Am 17.Januar 2013 bekam ich dann kurz hintereinander zwei E-Mails. In der Ersten stand in der Betreffzeile „Nominiert!“ in der Zweiten „Glückwunsch!“. Ich war begeistert!

LB: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund, weshalb der neueste Duft von Ihnen nominiert wurde?
UL: Lightscape ist ein „heller“ frischer Duft ohne die klassische Zitrusnote. Seine Inhaltsstoffe sind speziell, in ihm sind Veilchenblüten, sizilianische Limone und Galbanum. Lightscape polarisiert und das ist auch gewollt (lacht). Man muss manchmal was Außergewöhnliches wagen.

LB: Das ist eine gute Überleitung zur nächsten Frage: lightscape ist eigentlich als Herrenduft konzipiert, wird gerne als Unisexduft beschrieben und wurde für die Kategorie „Neuheiten- Exklusiv Damen“ nominiert.
UL: Ja, lightscape ist ein sehr blumiger Herrenduft. Wir haben seit Jahrzehnten holzige, würzige Herrendüfte und ich finde, es ist Zeit für eine neue Ära! Alle meine Düfte kommen auch sehr gut bei Damen an und viele kaufen sie gerne für sich selbst. Ich freue mich sehr über die Nominierung, ganz gleich in welcher Kategorie lightscape antritt (lacht).

LB: Welche Düfte sind noch in dieser Kategorie nominiert?
UL: „Figuier Eden“ von Armani / Prive, „La petite Robe Noire“ von Guerlain, „Oud Ispahan“ von Christian Dior und „Treffpunkt 8 Uhr J.F“ von Schwarzlose Berlin sind noch mit im Rennen. Ich finde es schön, dass zwei Nischenmarkendüfte nominiert wurden, zeigt es doch, dass der Kunde wieder mehr Wert auf Qualität und Individualität legt.

LB: War lightscape von Anfang an als Pendant zu nightscape geplant?
UL: Nicht direkt. Dennoch spiele ich gerne mit der Dualität und wollte das Thema Licht und Dunkelheit in Düfte umsetzen. Der Name lightscape entstand letztlich erst später.

LB: Wie gehen Sie bei der Entwicklung eines Duftes vor, was ist Ihre Inspiration?
UL: Fotos sind ein Teil meiner Inspirationen und spielen nicht nur auf den Verpackungen meiner Düfte eine wichtige Rolle. Und auch New York bietet an unerwarteten Stellen immer noch viele außergewöhnliche Eindrücke. Ich gehe durch die Straßen der Stadt und nehme plötzlich einen Duft wahr, der nicht unbedingt mit Parfum zu tun haben muss, und er inspiriert mich. Generell „verarbeite“ ich Düfte, die ich selber gerne rieche. Für die Duftentwicklung nehme ich mir mindestens ein Jahr Zeit, dann trage ich den Duft auf der Haut. Erst danach erhält das Parfum seine endgültige Fassung.

LB: Mit welchen Parfümeuren arbeiten sie zusammen?
UL: Ich möchte nicht alles offen legen über mich und meine Parfüms, die Demystifizierung nicht bis ins Detail mitmachen. Ich arbeite mit unterschiedlichen Parfümeuren zusammen. Für mich ist es nicht wichtig, welchen Duft er in der Vergangenheit kreiert hat. Mich interessiert der gegenwärtige Schaffensprozess und der Duft steht dabei im Mittelpunkt.

LB: Herzlichen Dank für das Interview, wir drücken Ihnen für die Preisverleihung die Daumen.
Vielen Dank!

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