Modeknigge für Männer: Krawatten
Knotenkünstler
Hemd, Anzug, Krawatte - fertig! Und schon sind Männer für jeden Anlass perfekt gestylt. Was uns Frauen manchmal etwas neidisch werden lässt, ist für die Herren jedoch gar nicht so einfach, denn auch hier gibt es Fashion-Faux-pas, die es zu umschiffen gilt, und Stylingregeln, die unbedingt beachtet werden sollten. In unserem Modeknigge für Männer erfahren Sie alles Wissenswerte. Diesmal zum Thema: die richtige Krawatte.Wir haben mit unserem Experten Michael Eckhoff, Verkaufsabteilungsleiter Herrenmode, über die Dos und Don'ts gesprochen:
Herr Eckhoff, worauf sollten Männer bei der Wahl ihrer Krawatte achten?
Hochwertige Krawatten bestehen aus 100 Prozent Seide oder anderen Naturfasern. Es gibt aber auch modische bzw. saisonale Varianten, z.B. im Winter aus Wolle oder im Sommer aus Baumwolle. Die meisten werden aber aus Seide verkauft, was auch die beste Wahl ist. Für eine lange Lebensdauer gilt: Die Krawatte sollte vor jedem Tragen neu gebunden werden und danach sofort wieder geöffnet werden, damit sich der Stoff glätten kann. Wer wenig Krawatten hat oder seine erste Krawatte kauft, sollte eher eine klassische Farbe wählen, die zu weißen und blauen Hemden passt und sich mit grauen oder schwarzen Anzügen kombinieren lässt.
Gibt es in dieser Saison Krawatten-Trends in Sachen Farbe oder Breite?
Die Breite ist modeabhängig, ebenso die endlos vielen Farbkombinationen und Designs, wie zum Beispiel Streifen, Paisley-Muster oder unifarben. Der Trend geht seit etwa einem Jahr eher zur schmalen Krawatte, die einfach besser zu schmalen, taillierten Hemd- und Anzugformen passt. Beim Design sind klassische Streifen und dezente Muster gefragt sowie Ton in Ton zum Hemd. Beste Farben bleiben Blau- und Rotvariationen. Auch gerne genommen: Grau und Schwarz.
Welche Farbe sollte man zu welchem Anlass wählen?
Dies ist grundsätzlich vom persönlichen Geschmack oder beispielsweise vom Arbeitgeber abhängig. Grundsätzlich gilt: Der Trend in der Herrenmode neben dem sehr sportlichen Look (Casual) geht wieder zunehmend zu einem sehr cleanen, klassischen Look. Mit gedeckten Farben sind Sie im Berufsleben auf der sicheren Seite. Eine sehr schöne, derzeit angesagte Farbkombi: Braun mit Blau. Grelle Farben, im Moment sind Rosa und Pink wieder beliebt, sind eher von jungen Kunden zu wählen, die Farbakzente setzten wollen.
Wann ist eine Krawatte Pflicht? Kann ein Cashmere-Schal oder Einstecktuch die Krawatte ersetzen?
Zum Business-Anzug sowie zu feierlichen oder formellen Anlässen wie Hochzeiten und Beerdigungen ist eine Krawatte Pflicht. Bei bestimmten Abendveranstaltungen (Opernball etc.) wird laut Einladung auch mal ein Smoking verlangt. Dazu passt natürlich nur eine Fliege. Ein Schal oder Tuch passt eigentlich nur zu legeren Freizeit- und Weekend-Looks.
Wie sollte man die Krawatte binden? Wie lange, wo hat sie zu enden?
Eine Krawatte ist etwa 145 Zentimeter lang, an ihrem unteren Ende etwa zwei- bis dreimal so breit wie an ihrem oberen Ende – das ist die Regel, es gibt aber auch gleich breite Varianten. Dem Krawattenknoten kommt neben ihrer Farbe und Form die wichtigste Rolle zu. Es gibt ihn in über 180 Varianten, die bekanntesten sind der Four-in-Hand und der halbe bzw. volle Windsor-Knoten. Die bevorzugte Länge ist der jeweiligen Mode unterworfen. Bis Ende der 90er-Jahre galt: Die Spitze der Krawatte sollte auf Höhe des Hosenbundes oder der Gürtelschnalle zu liegen kommen. Mittlerweile setzt sich wieder eine kürzere Trageweise durch, bei der etwas weniger als eine Handbreit zwischen Gürtel und Krawattenspitze Platz bleibt. Der Krawattenknoten sollte immer zum Hemdkragen passen. Zu einem Haifischkragen wird ein breiter Knoten gewählt, der den Kragen besser ausfüllt. Zum Kentkragen ist man sehr flexibel. Zum Button-Down, sehr kleinen Krägen oder schmalen Hemden wählt man eher einen kleinen Knoten.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Eckhoff.
Krawatten in verschiedensten Farben und Designs finden Sie in der Abteilung für Herrenmode im Untergeschoss.


